Medienecho — Reviews

Von den Göttern weiss ich nichts

Uli Rennert vermischt in seinen Werken die leichte Schwere des Jazz mit dem Ausdruck und der Souveränität eines Komponisten, der nicht das Suchen erklingen lässt, sondern das Gefundene. Wie zufällig öffnet er dabei neue Klangräume, vermischt Gewöhnliches mit Ungewöhnlichem und versteht es dabei, nicht zu viel zu wollen, sondern der Musik und den Musikern ihren Raum zu geben.
— Margarete Buch, mica

Project S

Seven Superfluous Serenades sind das Zentrum dieser exzellenten Einspielung. Die sechs Streicher des Linus-Ensembles, Bassist Peter Herbert, Klarinettist Peter Kunsek und Rennert am Synthesizer ergänzen sich perfekt.
— Walter Titz, Kleine Zeitung

Eine reizvolle Begegnung von elektronischen und akustischen Sounds. [...] Der in Graz lebende Keyboarder und Komponist enttäuscht auf seiner neuen CD Project S die Erwartungen der interessierten abenteuerlustigen Hörerschaft nicht. Auch auf seinem aktuellen Werk findet sich ein Mix aus Eigenem und eigenwilligen Bearbeitungen von Jazz-Standards, die von Rennert in ihre Einzelteile zerlegt werden.
— Gerhard Graml, ORF

“Projekt S” erwächst zu einer hoch spannenden wie auch fesselnden Entdeckungsreise durch die Welt des musikalisch Ungewöhnlichen. Ein Muss für Liebhaber unkonventioneller, avantgardistischer und experimenteller Klangwelten.

Gemeinsam mit Peter Kunsek, Peter Herbert und dem von Thomas Platzgummer geleiteten Linus-Ensemble lotet er das Machbare aus, arbeitet neue Spieltechniken aus und formt sich aus den verschiedensten Versatzstücken vielschichtigste, zwischen akustischen und elektronischen Klängen pendelnde atmosphärisch dichte akustische Kunstwerke, die sich weit abseits der herkömmlichen stilistischen Begrifflichkeiten verorten. Nein, das Gewöhnliche ist nicht zu erwarten, konfrontiert man sich einmal mit Uli Rennerts musikalischen Visionen.

Der Pianist, Komponist und Elektroniker ist ein Meister des Beschreitens eigenwilliger klanglicher Pfade, ein sich unentwegt auf der Suche nach neuen klanglichen Ausdrucksmöglichkeiten befindlicher Musiker, der weder irgendwelche stilistische Einschränkungen, noch Grenzziehungen kennt. Was [...] Uli Rennert zelebriert, ist die hohe Kunst des musikalischen Experiments, die Auslotung des Möglichen und Machbaren. Zwischen Komposition und Improvisation agierend, verwebt der in Graz lebende und werkende Jazzer [...] Akustisches mit Elektronischem zu einem an Nuancen und Facetten immens reichen Klanggemälde. Das Schöne an den Stücken ist, dass sie ihre Geheimnisse niemals schon mit dem ersten Ton preisgeben, sondern vielmehr diese sich erst nach und nach offenbaren.
— Michael Ternai, Music Information Center Austria

Alle sprechen vom “europäischen Jazz”. Aber wenn man einmal ganz genau bestimmen will: wo ist er lokalisiert, wo ist der europäische Jazz am meisten “europäisch”? Mit anderen Worten: wo unterscheidet er sich am meisten vom amerikanischen? – dann wird man vor allem Österreich nennen müssen. [...]

Ich möchte nicht behaupten, dass ich jeden Winkelzug des Komponisten Rennert nachvollziehen kann, aber ich bewundere doch Mut, Aufwand und Witz des Unternehmens. Z.B. den auch durch Charles Minugs bekannten Standard “A Nightingale sang in Berkeley Square” in so ein Thirdstream-Gewand zu stecken. Das Intro wird von einem Synthie markiert, dem jede moderne Sampling-Rafinesse abgeht, sondern der im Wortsinn “synthetisch” eine Streicherfigur spielt. In hoher Lage fließt diese nahtlos in den Vortrag des Streichsextetts unter Leitung von Thomas Platzgummer. Weiter – und das auch noch mehrstimmig – kann man sich von den bisherigen Lesarten dieses Standards von Manning Sherwin aus dem Jahre 1940 nicht entfernen. Nachdem Peter Kunsek das Thema vorgestellt hat, tut Rennerts Synthie später nämliches und verwebt sich erneut mit den Streichern – Erik Satie hätte hier vielleicht den Soundtrack für ein Wiener Caféhaus des späten 20. Jahrhunderts erkennt.

Auf “Stella by Starlight”, der anderen Übernahme aus dem Standard-Repertoire, erscheint die Zeit noch mehr gedehnt, auch hier übernimmt der Synthesizer, zudem mit seinen Möglichkeiten der Tonbeugung, die Rolle eines solistischen 7. Streichers.

Dominiert wird diese Produktion von den “Seven Superfluous Serenades”, die sich über 10 CD-tracks erstrecken. Besonders gelungen erscheint hier der Mittelteil, der durch Track 5 eingeleitet wird, einen düster-flirrenden Flächenklang, der an einigen Stellen durch wechselnde solistische Injektionen aufbricht. Track 6 ist quasi eine “Engführung” nur für Streicher, reine Kammermusik. Die Sieben bringt erstmals so etwas wie einen “Groove” ins Spiel, das Stück durchzieht ein Streicher-staccato, das immer wieder solistisch unterbrochen wird – einer der Thirdstream-Kernpunkte dieser Produktion, worin auch die beiden “Jazz”-Stimmen schon konstrastiert sind: die traditionelle Klarinette und der Synthie mit allen Möglichkeiten der Tonbeugung des guten alten Mini Moog. Der Track schließt (und ist durchzogen) von einem Textfragment von Stanislaw Lem (“Solaris”). In Track 8 kommt eine ganz ähnliche Konstellation geradezu poppig daher: der treibende Streicher-Groove zeigt Verwandtschaften zu einer anderen Thirdstream-Produktion dieses Jahres: “Monosuite” von Jürgen Friedrich. Der vielstimmig vorgetragene Text, dramaturgisch geschickt eingesetzt, ist nahezu ohne Bedeutung, es sind Fetzen aus email spam. Rennert plustert die Nullsemantik instrumental auf, als enthalte sie wichtige Botschaften.

Wie gesagt, “Project S” steckt voller Kunstgriffe dieser Art; es braucht freilich mehr Hingabe als bei den anderen Teilen dieser Trilogie, sich darauf einzulassen.
— Michael Rüsenberg, jazzcity-net-edition.de

Projekt T

Vielleicht ist Bandleader Uli Rennerts Musikauffassung so etwas wie die Essenz und Conclusio einer langen Auseinandersetzung mit dem Jazz und der gelungene Versuch, diesen in die Kunst-Gegenwart zu führen, ohne die Tradition [...] und deren Komponisten gering zu achten. Mit seinem Quintett [...] greift er bekannte Stücke auf [...] und transponiert sie in eine artifizielle Welt des 21. Jazz-Jahrhunderts … Eng verwoben sind alle Elemente, eigene kompositorische Einschübe und Brechungen ergeben ein modernes Musikgeflecht, das nach mehrfachem Hören verlangt, um immer wieder neue Ideen freizulegen, mit Sicherheit keine (endgültigen) Antworten, aber gut gestellte Fragen. *****
Concerto 1/2011

[...] der Wahl-Grazer hat in seinen Netzen Stilpartikel aus Jazz, Rock, Funk, der Improvisierten Musik sowie der Instumenten-Elektronik eingefangen. Dazu gehören [...] auch die Errungenschaften der Pop-Ästhetik wie down tempo, Freeze-Effekte, loops … er [vermischt] sogar ein Netzbrummen mit der sonoren Baßklarinette). Der Rennert hört genau hin! Allein diese Behandlung eines Klassikers [Mood Indigo] ist ein Kunstwerk für sich, ein kleines, irrisierendes Drama einer quasi akustischen „film noir“-Ästhetik. Eine so durchgeknallte akustische Reise kann einfach nicht mit einem Schlußakkord enden [...] man muß einfach nur ausharren. Was nicht schwerfällt bei diesem Ideenfeuer.
— Michael Rüsenberg, jazzcity-net-edition

Die CD ‘Projekt T’ ist schlicht und einfach eine hoch spannende wie facettenreiche Entdeckungsreise durch die Jazzgeschichte, eine die unterschiedlichste musikalische Stil- und Klangwelten miteinander vereint und nur so vor Einfallsreichtum, Spielwitz und überraschenden Wendungen strotzt.

Nichts wirkt lustlos zusammengestückelt oder hastig in die Jetztzeit transferiert. Uli Rennert hat sich Zeit gelassen und in Kleinstarbeit die Kompositionen in ihre Einzelteile zerlegt, um sie in neuer Form wieder entstehen zu lassen. Bemerkenswert in welch neuem Licht Klassiker [...] durch das harmonische Zusammenführen von akustischen und elektronischen Elementen plötzlich erstrahlen, welch neuem zeitgenössischen Kontext sie zugeführt werden, ohne dabei an musikalischer Ausdruckskraft und Tiefe einzubüßen.
— Michael Ternai, Music Information Center Austria

Es gibt Traditionalisten und Modernisten. Beide Gruppen streiten sich gerne, besonders in der Musik. Die Traditionalisten wollen nur das Alte bewahren, heißt es, und die Modernisten spielen eh alles kaputt. Vielfach aber vereint der Musiker von heute beide Linien in seiner Klangwelt. Und das ist gut so, denn nur wer die Tradition kennt, kann auch Neues schaffen. Und wo wäre die Welt, wenn sich nichts verändert?

Uli Renner hat [...] ein ultimatives, zwischen Tradition und Moderne angesiedeltes Werk in die Jazz Umlaufbahn gebracht, das auf wunderbare Weise Elektronik mit dem Werk früherer Jazzgrößen in Verbindung bringt.

— Hermann Mennenga

Projekt M

Es ist fein durchdachte Kammermusik, die man hier erlebt. Pianist Uli Rennert hat sich in die Musik von Thelonious Monk vertieft und Schlussfolgerungen gezogen, die raffiniert sanft überzeugen.
— Ljubisa Tosic, Der Standard (A)

Gesing/Rennert/Herbert/

… eine fliessende, in ihrer Klarheit beeindruckende Bildersequenz von gleichsam kompositorischer Stringenz …
— Andreas Felber, Der Standard (A)

Unverkrampft
Das Trio bewegt sich mit seiner Musik in einem grossen, frei improvisierten Raum, den es mit immer neuen Klangentdeckungen unverkrampft durchschreitet.
Der Standard (A)

HomePage

Liebman’s sax mixes powerfully with Schwinn’s guitar and Rennert’s wild synthesizer voicings.
— Cadence (US)

Fast Forward

Rennert blows angular solos over a rhythm section that runs on rock attitude but listens with jazz ears. Often, espcially when playing unaccompanied, he distorts his line with seasick mod effects, but otherwise cultivates an almost pristine approach, with lots of space and fireworks only when necessary. Check him out now!
— Bob Doerschuk, Keyboard Magazine (US)

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Project S
Music for Synthesizer, Clarinet, Bass, Stringsextet and Live-Electronics Uli Rennert, Peter Kunsek, Peter Herbert & Linus Ensemble
Seven Superfluous Serenades sind das Zentrum dieser exzellenten Einspielung. Die sechs Streicher des Linus-Ensembles, Bassist Peter Herbert, Klarinettist Peter Kunsek und Rennert am Synthesizer ergänzen sich perfekt. (Walter Titz, Kleine Zeitung)
Rennert Gesing Herbert<br>Live in Vienna
Uli Rennert - piano Klaus Gesing - soprano saxophone, bassclarinet, percussion Peter Herbert - doublebass
... eine fliessende, in ihrer Klarheit beeindruckende Bildersequenz von gleichsam kompositorischer Stringenz ... (Andreas Felber, Der Standard)
Project T
Peter Kunsek, Phil Yaeger, Frank Schwinn, Gregor Hilbe, and Uli Rennert play Duke Ellington, Henry Mancini, Benny Goodman, Cole Porter, and Uli Rennert.
... eine hoch spannende wie facettenreiche Entdeckungsreise [...] die unterschiedlichste musikalische Stil- und Klangwelten miteinander vereint und nur so vor Einfallsreichtum, Spielwitz und überraschenden Wendungen strotzt. (Michael Ternai, MICA)