Uli Rennert | Alle machen jetzt auch Jazz
Uli Rennert ist Pianist, Komponist und Elektroniker und lebt als freischaffender Musiker und Universitätsdozent in Graz in Österreich. Uli Rennerts künstlerische Arbeit dreht sich seit vielen Jahren um den Einsatz von Synthesizern und Live-Elektronik als expressives Instrumentarium und um die Erforschung der Schnittstellen zwischen Komposition und Improvisation. - Uli Rennert is an Austrian pianist, synthesist, and composer. Rennert is focusing on synthesizers and live-electronics used as expressive musical instruments, and he explores the area between composition and improvisation.
Uli Rennert, jazz, contemporary music, piano, synthesizer, composer, improvisation, producer, Graz, Austria
6672
post-template-default,single,single-post,postid-6672,single-format-standard,ajax_fade,page_not_loaded,,select-theme-ver-3.8.1,vertical_menu_enabled,side_area_uncovered,wpb-js-composer js-comp-ver-5.1.1,vc_responsive
 

Alle machen jetzt auch Jazz

Alle machen jetzt auch Jazz

Gehörtes, Gelesenes, Beobachtetes, Diskutiertes der letzten Monate zusammenfassend muss gesagt werden: Alle machen jetzt auch Jazz. Gut. Sollen sie. Machen sie wirklich?

Jazz ist nicht: Summertime vom Blatt gespielt, ein Stück von Frank All That JazzzSinatra (der hat gar keine Stücke geschrieben…), gesampelte Drum-Grooves aus alten Tagen und ein bissl gequetschte Trompete dazu gemixt. Jazz ist das vor allem dann nicht, wenn nicht improvisiert wird. Punkt. Nicht die Stücke und Kompositionen an sich sind Jazz, sondern der Umgang damit.

Ist das wichtig? Ich meine schon. Warum muss man das abgrenzen? Vielleicht aus Respekt.

Und: Hörer, die Jazz und improvisierte Musik sowieso schätzen, brauchen dazu keinen Anreiz. Was ist aber mit denen, die vielleicht durch den Nimbus, die Aura oder den lässigen Sound dieser Musik verführt werden könnten, das heutzutage doch eher begrenzte Publikum wieder um ein Weniges zu vergrössern? Jazz zu hören, weil es gerade so cool ist? Die werden von derartigen Etikettenschwindeleien davon abgehalten, sich die wirklich interessanten Sachen anzuhören. Menschen sind nur begrenzt aufnahmefähig und äusserst manipulierbar – offenbar besonders im derzeitigen multimedialen Umfeld. Die äussere Scheinheiligkeit verhindert und besetzt den Raum, den das Wirkliche einnehmen könnte.

Selbstredend ist jedem freigestellt, was immer sie oder er möchte, zu spielen und zu hören – oder eben auch nicht. Aber dabei bitte nicht ein Mäntelchen umhängen, das einige Nummern zu gross ist.

Play!

2 Comments
  • Ulrich Sinn

    21. September 2014 at 19:33

    Frank Sinatra
    I’m A Fool To Want You – March 27, 1951
    I’m A Fool To Want You – May 1, 1957
    Mistletoe And Holly – July 17, 1957
    Mr. Success – September 11, 1958
    Peachtree Street – April 8, 1950
    Sheila – January 12, 1950
    Take My Love – November 11, 1950
    This Love Of Mine – May 28, 1941
    This Love Of Mine – June 12, 1941
    This Love Of Mine – June 13, 1941
    This Love Of Mine – February 17, 1955

  • Uli Rennert

    21. September 2014 at 21:08

    Lieber Uli,
    Danke für die Info. Gemeint habe ich natürlich, dass selbsternannte Jazzsänger immer mal wieder Strangers in the Night von Sinatra singen. Und: ja, ich weiss, dass Sinatra nicht in dem Sinne improvisiert hat, wie die meisten Instrumentalisten das tun – Thommy Flanagan, aber zum Beispiel nicht. Ich würde Sinatra trotzdem als Jazz-Sänger bezeichnen. Er hat ja nicht alleine musiziert…