Uli Rennert | Blog
Uli Rennert ist Pianist, Komponist und Elektroniker und lebt als freischaffender Musiker und Universitätsdozent in Graz in Österreich. Uli Rennerts künstlerische Arbeit dreht sich seit vielen Jahren um den Einsatz von Synthesizern und Live-Elektronik als expressives Instrumentarium und um die Erforschung der Schnittstellen zwischen Komposition und Improvisation. - Uli Rennert is an Austrian pianist, synthesist, and composer. Rennert is focusing on synthesizers and live-electronics used as expressive musical instruments, and he explores the area between composition and improvisation.
Uli Rennert, jazz, contemporary music, piano, synthesizer, composer, improvisation, producer, Graz, Austria
21092
paged,page-template,page-template-blog-masonry-full-width,page-template-blog-masonry-full-width-php,page,page-id-21092,paged-2,page-paged-2,ajax_fade,page_not_loaded,,select-theme-ver-3.8.1,vertical_menu_enabled,side_area_uncovered,wpb-js-composer js-comp-ver-5.1.1,vc_responsive
 

Blog

Warum Jazz?

Warum? Es ist dies die wichtigste Frage, die wir uns stellen können — als Musiker, als Künstler, als Menschen. Die Frage nachdem Warum ist essenziell. Immer wieder versuche ich auch, meine Studierenden mit diesem Fragen nach dem Woher und Wohin zu konfrontieren, sie zu ermutigen, über Inhalte und deren Konsequenzen nachzudenken.

Oft denken wir ja als Musiker nur über das Was nach: Welches Instrument könnte ich spielen, welches kann ich mir leisten, wie sieht es aus, welchen Nimbus hat es, welche Stücke können wir spielen, wer hat gerade Zeit für einen Gig — und so weiter.

Aber auch das Wie wird durchdacht: Spielen wir es in dieser oder in jener Version, schnell oder eher langsamer, welche Besetzung soll die Band haben, welche Art von Voicings verwende ich, sollen wir eine zweite Stimme hinzufügen, wie hat es Bill Evans gespielt?

Warum aber jemand etwas spielt, ist die eine Frage, die […] scheinbar selten gestellt wird — gibt es doch so viele Vorgaben, Gewohnheiten und stillschweigende Übereinkünfte, die uns sagen, dass man eben das und das so und so zu spielen hat, weil das eben so ist, und so weiter. Und immerhin: Charlie Parker und Louis Armstrong und Sonny Rollins und all die anderen Heroes haben es ja scheinbar auch so gemacht! Oder etwa nicht? Fragen wir uns denn auch, warum diese Leute so gespielt haben, wie wir es von all den Aufnahmen her kennen und lieben? Warum sie dieses, und nicht ein anderes Stück so gespielt haben, wie sie es eben gespielt haben? Und fragen wir uns selbst, weshalb es gerade so und nicht anders klingen soll?

Woher kommt denn eigentlich die Authentizität einer überragenden musikalischen Performance? Woher kommt es, dass ich als Zuhörer von einem Stück, von einem Solo, von einer Band gefangen bin? Warum kann mich ein Konzert, eine Aufnahme im Wortsinn ‚in ihren Bann ziehen‘? Ich glaube, dass dabei die Beantwortung eben genau dieser Fragen eine grosse Rolle spielt: Warum spiele ich etwas, warum wähle ich dieses Stück aus, warum diese Akkordfolge, warum diesen Beat – und so weiter. Nicht, dass die Zuhörer über die genauen Motive und Überlegungen Bescheid wissen müssten — aber sie können es spüren, denke ich. Authentizität auf dem Konzertpodium — und sei die Bühne noch so klein! — hat etwas unentrinnbares, ist überzeugend, fühlt sich gut und richtig an. Sie stellt sich aber vermutlich nur dann ein, wenn jemand weiss, warum er etwas tut.

Und ich denke, wir als Jazzmusiker sollten darauf besonderen Wert legen, denn wir sind es, die Musik im Moment kreieren und eine der direktesten und emotionalsten Ausdrucksformen pflegen, die es in der Musik überhaupt gibt: die Improvisation.

(Vorwort zum Programmfolder der Konzertreihe KUG Jazz für Mai 2016)

Uli Rennert auf iTunes und Amazon

Aus verschiedenen Gründen habe ich meinen Vertrag mit dem österreichischen Digital-Vertrieb Rebeat gekündigt und zu CD Baby gewechselt. Nun ist meine Musik wieder auf ausgewählten Internet-Portalen erhältlich. Zum Beispiel:

Von den Göttern weiss ich nichts

Götter 400

iTunes | Amazon | CD Baby


 

 Project S

DA2XXXXZ

iTunes | Amazon | CD Baby


 

Auf Streaming-Diensten wie Spotify usw. sind die Alben nicht erhältlich.

Revival-Musik – Warum?

Nicht nur im Jazz-Genre ist seit einigen Jahren, vielleicht seit Jahrzenten, der Hang zum Revival evident. Damit habe ich ein Problem. Oft wird davon gesprochen, dass sich eine Band, ein Künstler, eine stilistische Sparte ’neu erfinden‘ – von ’neu‘ ist bei näherem Hinhören dann kaum etwas zu bemerken. Es werden nur die altbekannten Elemente wie Versatzstücke durcheinandergewirbelt.

Bryan Ferry The Jazz AgeFür die Entwicklung einer bestimmten Spielweise gibt es doch einen Grund. Und das gilt im Besonderen für die Geschichte des Jazz, die ja vor allem auch eine Sozialgeschichte, eine Geschichte der gesellschaftlichen Umstände ist. Die wesentlichen Strömungen haben sich in der Rückschau geradezu aus Notwendigkeiten heraus entwickelt. Die ganz persönlichen Situationen, Befindlichkeiten und Zwänge, in und unter denen Musiker gelebt und gearbeitet haben, waren die Auslöser der wichtigen Stile des Jazz, READ MORE

CD Baby

Rebeat gibt die Unterstützung für Apple auf.

Bisher habe ich meine Alben über den österreichischen Verteiler Rebeat an iTunes und Co geschickt. Die Software für Mac OS hat ja auch bisher schon viel zu wünschen übrig gelassen. Nun wurde die Unterstützung für Mac-User komplett beendet.

Das ist eine – fast willkommene – Gelegenheit auf einen anderen Distributoren umzusteigen. Im Grunde hatte ich den Eindruck, dass Rebeat sich immer mehr an den Schlager- und Kommerzler-Bereich gewendet hat. Nun habe mich nach einigen Recherchen für CD Baby entschieden. Dort hat man einige zusätzliche Features, wie etwa die Auswahl der Download-Portale, sowie den Ausschluss von Streaming-Diensten, die die Tracks ja bekanntermassen fast umsonst anbieten. Meine Alben sind nun zum Download nur noch bei iTunes und Amazon erhältlich.

Mehr zu den CDs hier.