Uli Rennert | Die Taubheit im ORF
Uli Rennert ist Pianist, Komponist und Elektroniker und lebt als freischaffender Musiker und Universitätsdozent in Graz in Österreich. Uli Rennerts künstlerische Arbeit dreht sich seit vielen Jahren um den Einsatz von Synthesizern und Live-Elektronik als expressives Instrumentarium und um die Erforschung der Schnittstellen zwischen Komposition und Improvisation. - Uli Rennert is an Austrian pianist, synthesist, and composer. Rennert is focusing on synthesizers and live-electronics used as expressive musical instruments, and he explores the area between composition and improvisation.
Uli Rennert, jazz, contemporary music, piano, synthesizer, composer, improvisation, producer, Graz, Austria
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Die Taubheit im ORF

Die Taubheit im ORF

Zwei Beispiele für verstopfte Ohren im österreichischen Rundfunk:

OhropaxSchon vor einiger Zeit brachte Ö1, das erste Hörfunkprogramm des ORF, einen Beitrag mit Aufnahmen Alter Musik. Besonders ausladend wurden die Radiohörer dabei über die theoretischen Hintergründe der alten Stimmungen unterrichtet; namentlich ging es dabei um die sogenannte Mitteltönige Stimmung. Soweit so gut. Was dann zu hören war, klang aber doch etwas überraschend: Ich lauschte einem Duo mit Gitarre und Harfe und versuchte verzweifelt, die zuvor geschilderten Feinheiten der mikrotonalen Strukturen zu entdecken. Leider waren die beiden beteiligten Instrumente derart schlecht aufeinander eingestimmt, dass die Idee nur irgendeiner Stimmung in keiner Weise herauszuhören war.

Erst heute am frühen Nachmittag geriet ich eine Folge von „Ganz Ich – Wohlfühlen mit Ö1“ — eine Sendung, die ja als esoterisch stark durchwirkt angesehen kann. Zu hören war ein Beitrag über georgische Gesänge und dazugehörige Workshops, gegeben von einem in Paris lebenden Amerikaner, der die georgische Gesangskultur bei einer Chor-Reise nach Russland durch einen (klassischen) russischen Chor kennengelernt hat. Die O-Tön-Zuspielungen waren grausam: schlechte Intonation, kein Rhythmus, verkrampfte Gesangstechnik. Aber es ist ja auch das wichtigste, die „inneren Vibrationen“ zu spüren. So ein Blödsinn!

1 Comment
  • Andreas Woyke

    25. Juni 2009 at 14:03

    ich dachte immer, das wär mein alter Ghettoblaster in der Küche … :-)