Uli Rennert | Europäisch
Uli Rennert ist Pianist, Komponist und Elektroniker und lebt als freischaffender Musiker und Universitätsdozent in Graz in Österreich. Uli Rennerts künstlerische Arbeit dreht sich seit vielen Jahren um den Einsatz von Synthesizern und Live-Elektronik als expressives Instrumentarium und um die Erforschung der Schnittstellen zwischen Komposition und Improvisation. - Uli Rennert is an Austrian pianist, synthesist, and composer. Rennert is focusing on synthesizers and live-electronics used as expressive musical instruments, and he explores the area between composition and improvisation.
Uli Rennert, jazz, contemporary music, piano, synthesizer, composer, improvisation, producer, Graz, Austria
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Europäisch

Europäisch

Project S-Rezension auf www.jazzcity-net-edition.de:

Project SAlle sprechen vom „europäischen Jazz“. Aber wenn man einmal ganz genau bestimmen will: wo ist er lokalisiert, wo ist der europäische Jazz am meisten „europäisch“? […] – dann wird man vor allem Österreich nennen müssen.

Dominiert wird diese Produktion von den „Seven Superfluous Serenades“, die sich über 10 CD-tracks erstrecken. Besonders gelungen erscheint hier der Mittelteil, der durch Track 5 eingeleitet wird, einen düster-flirrenden Flächenklang, der an einigen Stellen durch wechselnde solistische Injektionen aufbricht. Track 6 ist quasi eine „Engführung“ nur für Streicher, reine Kammermusik. Die Sieben bringt erstmals so etwas wie einen „Groove“ ins Spiel, das Stück durchzieht ein Streicher-staccato, das immer wieder solistisch unterbrochen wird – einer der Thirdstream-Kernpunkte dieser Produktion, worin auch die beiden „Jazz“-Stimmen schon konstrastiert sind: die traditionelle Klarinette und der Synthie mit allen Möglichkeiten der Tonbeugung des guten alten Mini Moog. Der Track schließt (und ist durchzogen) von einem Textfragment von Stanislaw Lem („Solaris“). In Track 8 kommt eine ganz ähnliche Konstellation geradezu poppig daher: der treibende Streicher-Groove zeigt Verwandtschaften zu einer anderen Thirdstream-Produktion dieses Jahres: „Monosuite“ von Jürgen Friedrich. Der vielstimmig vorgetragene Text, dramaturgisch geschickt eingesetzt, ist nahezu ohne Bedeutung, es sind Fetzen aus email spam. Rennert plustert die Nullsemantik instrumental auf, als enthalte sie wichtige Botschaften.

Michael Rüsenberg (jazzcity-net-edition.de)

Kompletter Text hier: www.jazzcity-net-edition.de/cd-2012/1176-uli-rennert-project-s

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