Equipment
So viele Pedale – wozu brauchst Du es? (© André Jeanquartier)
Es geht also um die Frage, warum ich die ganzen Fusspedale unter meinen Keyboards habe.
Zunächst einmal ist da der Aspekt Dynamik: Um neben der Anschlagsstärke die Lautstärke meines Sounds auch bei gehaltenen Tönen beeinflussen zu können, benutze ich ein Volumen-Pedal.
Dann geht es noch um Effektprozessoren: Da mein Haupt-Instrument, der Clavia Nord Lead 2, keine eingebauten Effekte an Bord hat, ich aber meinen Sound dennoch weiter verändern will, habe ich eine kleine Auswahl an Bodeneffekten, mit denen ich zum Beispiel Verzerrungen, Delays (Echo) und Ringmodulation erzeugen kann.
Dieses Konzept hat mindestens zwei Vorteile gegenüber eingebauten Effekten oder solchen im Rack:
1. Ich kann mir die einzelnen Sounds selbst zusammenstellen.
2. Das Setup bleibt vollkommen flexibel und kann jederzeit an die unterschiedlichsten Vorgaben angepasst werden.
Sind analoge Synthesizer besser als digitale?
Ähnliche Fragen beschäftigen auch die Gemeinde der Hi-Fi-Enthusiasten seit vielen Jahren: Klingen CDs schlechter als LPs? Härter? Digitaler?
Ich denke, man muss bei Synthesizern zwei Dinge unterscheiden:
1. Die Bedienung (neudeutsch: User-Interface)
Hier gibt es für mich eine eindeutige Präferenz zugunsten von analogen Konzepten. Analog heisst in diesem Zusammenhang, dass jedem Parameter des Klanges möglichst ein dezidierter Regler zugeordnet ist. Der Vorteil gegenüber dem digitalen Modell — damit sind Menüs, Tabellen und Soft-Keys gemeint — besteht in der anschaulicheren und intuitiveren Bedienbarkeit.
2. Der Sound
Diese Thema ist schon etwas schwieriger. Jeder hörbare Sound ist ja zunächst einmal analog — die Frage ist mehr, was vor dem Audio-Ausgang eines Synthesizers passiert. Wir gut sind die Digital-Analog-Wandler? Wie gut ist die Software geschrieben?
Eindeutig jedoch punktet die digitale Technik hier bei den Themen Stimmstabilität und Programmierbarkeit.
Welche Keyboards/Synthesizer verwendest Du? Welche Effektgeräte?
Unter dem folgenden Link habe ich eine Equipment-Liste zusammengestellt: rennert.at/about/equipment.
Verwendest Du Werkssounds oder lieber eigene? Und wieviele?
Ich verwende ausschliesslich eigene Sounds. Werkssounds dienen eigentlich nur dazu, die Möglichkeiten eines Instrumentes zu demonstrieren und eventuell auch zu zeigen, dass irgendwelche Klänge aktueller Produktionen mit diesem Gerät gemacht wurden oder möglich sind. Letzteres interressiert mich aber grundsätzlich überhaupt nicht.
Wenn ich Nord Lead spiele verwende ich fast immer ein und denselben Sound. Diesen verändere ich durch direktes Bewegen der entsprechenden Regler oder durch die angeschlossenen Effektgeräte (siehe auch rennert.at/about/equipment).
Welche Verstärker-Anlage kannst Du empfehlen?
Bei der Wahl eines Verstärker/Lautsprecher-Setups kommt es natürlich darauf an, welche Art von Sounds man spielen will. Es gibt wieder grundsätzlich zwei Herangehensweisen:
1. Will ich viele verschiedene Sounds einsetzen, vor allem auch solche, die eine möglichst “naturgetreue” Wiedergabe von Samples erfordern (Grand-Piano, Drums, Bass-Sounds, …), empfiehlt sich die Anschaffung einer möglichst linearen Monitor-Anlage oder einer Klein-PA. Weiss ich, dass meine Instrumente immer über grössere PA-Systeme verstärkt werden, kann ich mir für die Kontrolle eine persönliche kompakte Monitor-Situation schaffen.
2. Spiele ich eher speziellere Klänge und will ich den Klang, der von bestimmten Verstärker-Schaltungen und Lautsprecherboxen erzeugt wird, mit in meinen Gesamtsound integrieren, kann ich mir ein Setup zusammenstellen, das meinen sehr persönlichen Bedürfnissen optimal angepasst ist. Das kann ein bestimmter Gitarrenamp sein, eine Box, die auf Tiefbasswiedergabe ausgelegt ist oder eine Verstärkermatrix für die Surround-Beschallung, usw. Unter Umständen ist es dann aber notwendig, dieses Setup auf grösseren Bühnen oder im Studio mit Mikrofonen zusätzlich abzunehmen.
Der Nachteil des ersten Konzepts ist sicher, dass alle eingesetzten Klänge schon vor der Verstärkung optimiert werden müssen, und die Klangqualität sehr vom vorhandenen PA-System abhängt. Bei der zweiten Methode dagegen ist die lineare Wiedergabe bestimmter Klänge von vornherein so gut wie ausgeschlossen.
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Kommentare
Andreas Sommer:
"Lieber Uli, habe mich beim Surfen in Deiner Website festgelesen. Beim Leses des beherzt-eindeutigen "Ja" auf die Frage,ob Stufen- oder Funktionstheorie besser sei, hab..."Uli Rennert:
"Lieber Herr Ebel, Gerne komme ich Ihren Vorschlägen nach, wenn ich mich auch bisher nicht als Angehöriger einer Jägernation verstanden habe. Mit ebenfalls sehr freundlichen Grüssen..."Manfred Ebel:
"Hallo Herr Rennert, auf der suche nach einem Rezept für Wildfilets kam ich auf Ihre Seite. Danke für das Rezept. Anbei: Können nicht wenigstens Sie als Vertreter..."Jörg-Martin Willnauer:
"lieber uli, danke für deine feine cd! kompromißlos authenthisch! und abseits des mur-streams (in frankfurt:main-streams). my favorite cut: a nightingale sang in berkeley square!..."Christian Weber:
"Eben durchgehört. Wunderbare Musik die in verschiedene Richtungen weist und trotzdem immer fokussiert bleibt. Merci!"Uli Rennert:
"Dazu noch ein schöner Clip auf der Website des New Yorker: http://bcove.me/f0f0n3yf"Uli Rennert:
"PlatformPro ist ohne weiteres nicht mit anderen Themes kobinierbar. Aber ist das nicht bei allen Themes so?"
Lesestoff
- David Brin: Existence
Yes! - Alex Vilenkin: Kosmische Doppelgänger
Wie es zum Urknall kam, wie unzählige Universen entstehen. Die letzten Fragen: spannend wie ein Thriller. - Markus Hengstschläger: Die Durchschnittsfalle
Intelligentes Buch des Genetikers über die biologische Notwendigkeit von Individualität. Etwas reisserisch formuliert, aber höchst aufschlussreich.
- David Brin: Existence
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