Friedliche Sprache

Mir fällt in den letzten Jahren eine seltsame deutschsprachige Angewohnheit auf. Es gibt zahlreiche Redewendungen und Vokabeln, die sich eindeutig aus einem militärischen Kontext herleiten, oder einen solchen zur Umschreibung alltäglicher Zusammenhänge benutzen. Kaiser WilhelmUnd ich selbst bediene mich dieser Sprache immer wieder. Das möchte ich nun gerne beenden.

Das Phänomen existiert selbstverständlich auch in anderen Sprachen; mir sind beispielsweise die Battleground States während des US-Wahlkampfes (!) sauer aufgestossen. Doch im Deutschen hat es für mich naturgemäss einen besonderen Stellenwert. Da möchte ich nun einfach bei mir selbst den Anfang machen. Ich werde in Zukunft versuchen, keine militärischen oder kriegerischen Phrasen mehr in Stellung zu bringen — will sagen: anzuwenden. Leider gehören all diese sprachlichen Angewohnheiten auch zu dem, was man gemeinhin als „gutes Deutsch“ apostrophiert, was als gewählte Sprache gilt. Und ich denke, dass jemand, der sich eben mit gewählten Worten ausdrücken möchte, die Verpflichtung hat, zu überlegen, wo diese Worte ihren Ursprung haben.

PeaceIch nehme nun dieses Projekt weder in Angiff, noch werde ich mich auf es stürzen, sondern ich fange einfach an damit, anders zu sprechen und zu schreiben.

Wahrscheinlich gelingt es mir aber erst in einiger Zeit, alle kriegerischen Gewohnheiten — nein, nicht auszurotten oder zurückzuschlagen — abzulegen.

Love and Peace!