Klammer geschlossen

Die Animositäten zwischen Jazz-Schreiber Otmar Klammer und dem seriösen Teil der Österreichischen Jazzszene sind nach wie vor aufrecht. 

Anlässlich des Konzertes mit Kurt Elling und der Jazz Bigband Graz in der Grazer Oper am 1. Mai verpackt Klammer wie immer seine unterschwellig bis untergriffig ironischen Seitenhiebe und Sticheleien in einen scheinbar lobhudelnden Bericht:

… gehörte dem braven Entertainer aus Chicago das nicht ganz volle Opernhaus.

und:

… der sich (…) als missing link zwischen Broadway und klassischem Jazzgesang outet.

Ist das nötig? – bei einem grossartigen Künstler, der mit traumwandlerischer Sicherheit das gängige Repertoire seiner Zunft um Welten erweitert und Dimensionen erschliesst, die jenseits des provinziellen Grazer Horizontes liegen?

Das ‚doch zu artifizielle Arrangement von Bob Mintzer‘ über Resolution ist eine Adaption des Original-Coltrane-Solos, das Herrn Klammer offenbar unbekannt sein dürfte – ein Jazz-Experte?

Auch das Gerücht über angebliche technische Pannen und die Unzulänglichkeit unserer Techniker ist dann noch am Schluss zu lesen. Ich war dabei …

Offenbar werden hier nach wie vor die persönlichen Frustrationen auf Zeilenhonorar therapiert.

Igitt!