Uli Rennert | Loop-Network
Uli Rennert ist Pianist, Komponist und Elektroniker und lebt als freischaffender Musiker und Universitätsdozent in Graz in Österreich. Uli Rennerts künstlerische Arbeit dreht sich seit vielen Jahren um den Einsatz von Synthesizern und Live-Elektronik als expressives Instrumentarium und um die Erforschung der Schnittstellen zwischen Komposition und Improvisation. - Uli Rennert is an Austrian pianist, synthesist, and composer. Rennert is focusing on synthesizers and live-electronics used as expressive musical instruments, and he explores the area between composition and improvisation.
Uli Rennert, jazz, contemporary music, piano, synthesizer, composer, improvisation, producer, Graz, Austria
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DigiDelays - LoopersNeue Experimente mit meinen kleinen Digitech DigiDelays: zeitlich unabhängige Loops.

Es ist eine Idee, die mich schon länger beschäftigt: Wie wäre es ohne viel Aufwand möglich, wenigstens zwei unabhängige Loops laufen zu lassen. Die Möglichkeit diverser Overdubs über bestehende Loops bieten ja alle gängigen Schlaufenbastelgeräte. Das Problem dabei: Alle zusätzlichen Loops werden in irgendeiner Form zu einem Master-Loop (meistens das erste, das man aufnimmt) synchronisiert.

Eine Möglichkeit, zeitlich unabhängige Loops zu kreieren wäre, eine entsprechende Software zu benutzen. Ableton Live zum Beispiel kann natürlich beliebige Loops zeitlich vollkommen unabhängig aufnehmen und wiedergeben. Dazu müsste man nun aber den Laptop mit auf die Bühne nehmen. Und man bräuchte dazu noch eine entsprechende Fernsteuerungsmöglichkeit, eine MIDI-Fussleiste zum Beispiel. Alles zu kompliziert!

Meine Minimal-Lösung: Ich brauche drei einfache Delay-Pedale, zwei davon mit Loop-Funktion. Ich benutze dafür drei meiner Digitech DDX DigiDelays (ich habe vier davon …). Das erste dient mir einerseits als normales Delay, andereseits als Signal-Splitter: jeder der beiden Stereo-Ausgänge (keine verdrehten Phasen!) wird in je ein weiteres Delay gepatcht, beide im Loop-Modus. Die beiden (Mono-)Ausgänge gehen nun einfach in einen Stereo-Kanal meines Line-Mischers. Will man einen Mono-Eingang beschicken, müsste man die beiden Kanäle noch zusammenmischen. Das geht mit einem einfachen passiven Mini-Mischer — oder russisch.

Mit dieser Schaltung habe ich nun die Möglichkeit, zwei komplett getrennte Loops aufzunehmen und unsynchronisiert laufen zulassen. Beide Looper können zusätzlich auch noch Overdubs hinzufügen, und die zeiliche Genauigkeit der kleinen Geräte ist gut genug, die Loops für eine Weile in time zu halten, falls man das doch möchte — da ist dann die Präzision beim Einspielen eine natürliche Grenze.

Nachteile: Die Länge der Loops ist eher beschränkt (4 Sekunden) und es ist weder möglich, Loops zu speichern, Overdubs wieder rückgängig zu machen, noch Loops aus- und wieder einzuschalten. Aber das passt genau für mich: No Prests! — …

Macht Spass!

6 Comments
  • Georg Gratzer

    26. November 2009 at 22:00

    Dies Notwendigkeit trifft mich auch.
    Vor allem loope ich des öfteren freie Flächen als Zusatz zu rhythmischen Loops, die natürlich nicht gesynced sein sollten.
    Ich verwende den Boss RC 50 mit bekanntlich unzähligen Loop Funktionen und das Line 6 DL4, das neben super Delay auch über 14 sec Loopzeit bietet.
    Kein Laptop, Delay braucht man sowieso und überhaupt.
    Liebe Grüße

  • Thomas Hechenberger

    27. November 2009 at 15:15

    Brauch auch einen gscheiten Looper, mein Billigteil von Boss bringts nit…

  • Uli Rennert

    27. November 2009 at 15:22

    Da es den originalen JamMan nicht mehr gibt, musst Du wohl auf einen von Boss (RC 50, RC20, ), Line6 (JM4) oder Digitech (Time Bender, JamMan – die haben einfach den Namen gekauft …) zurückgreifen.

  • Georg Gratzer

    27. November 2009 at 15:33

    den originalen Jam Man gibts immer wieder mal auf ebay. meiner meinung rauscht der für heutige Anwendungen aber eh zu viel. Obwohl der RC 50 schon seit langem nach einem Software Update schreit kann ich ihn dir absolut empfehlen

  • Florian Ross

    4. März 2011 at 17:12

    Ich benutze mit meiner B3 einen Boss RC20 und zuvor den Akai headrush. Das Argument für den Boss war seinerzeit, die Möglichkeit Loops per Tastendruck automatisch ausfaden zu können ;-) Ein loop kann also auch „ausgeschlichen“ werden, ohne daß man sich drum kümmern muß – für live für mich unentbehrlich.
    „Moon River“ ist übrigens sehr schön!

  • Uli Rennert

    4. März 2011 at 18:21

    Danke für das Lob!
    Ja, das mit dem ausfaden ist ganz gut. Mir ging es bei meinem Setup mehr um die rhythmische Unabhängigkeit des geloopten Materials. Leider sind die maximalen Loop-Zeiten der DigiDelays ein bissl kurz.