Uli Rennert | Sarah Wiener tut kochen
Uli Rennert ist Pianist, Komponist und Elektroniker und lebt als freischaffender Musiker und Universitätsdozent in Graz in Österreich. Uli Rennerts künstlerische Arbeit dreht sich seit vielen Jahren um den Einsatz von Synthesizern und Live-Elektronik als expressives Instrumentarium und um die Erforschung der Schnittstellen zwischen Komposition und Improvisation. - Uli Rennert is an Austrian pianist, synthesist, and composer. Rennert is focusing on synthesizers and live-electronics used as expressive musical instruments, and he explores the area between composition and improvisation.
Uli Rennert, jazz, contemporary music, piano, synthesizer, composer, improvisation, producer, Graz, Austria
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Sarah Wiener tut kochen

Sarah Wiener tut kochen

Der Standard (guha) am 17.12.2008:

Die von ihr Vorgestellten sind es in der Tat wert, zur besten Sendezeit vorgestellt zu werden: aber nicht als Möbel auf der Bühne einer Showfrau.

Sarah erfährt: „Fast alles, worauf wir herumlaufen, kann man essen.“ Die Rede ist von einer Wiese in Italien. Reizend. Nur dass Sarah eben nicht vier Jahre alt ist, wie man meinen könnte, sondern eindeutig ausgewachsen und angeblich Köchin. „Tust du das jetzt so essen?“ Die von ihr Beglückten lächeln krampfhaft, zumindest zu Beginn des Abenteuers. Ich wäre ja auch sauer, wenn jemand von der Straße in meine Küche reinkommen und, ohne sich vorher die Pfoten zu waschen, meinen Pastateig betatschen würde. Am Schluss werden sie lockerer, da wissen sie, die ist harmlos.

Oder doch nicht, denn wenn Sarah Wiener (…) die „Basilikata nun wirklich auf den Grund erforscht“ hat, erfolgt ihre eigene „Interpretation“. Dafür wird sie „ein Detail aus dieser Küche klauen“, von der sie vorher ungefähr so geredet hat: „Die Idee mit (…) ist auch toll.“ Dass es sich nicht um „Ideen“ wie Versatzstücke handelt, sondern um Kultur, dieser Verdacht liegt der „Verona Pooth der Gourmandise“ (Jürgen Dollase in der FAZ) fern.

Wir sollen nicht so streng sein, „ist halt Infotainment“, meint der Kollege, der jüngst hier Nettigkeiten über Wieners Küchengefummel schrieb (worauf ich mich zum Kontra meldete). Wir wollen ja das Recht des TV-Konsumenten auf Infantilitäten nicht beschneiden. Uns stört nur die Verschwendung. Die von ihr Vorgestellten sind es nämlich in der Tat wert, zur besten Sendezeit vorgestellt zu werden: aber nicht als Möbel auf der Bühne einer Showfrau, die anstelle einer anderen gerade die kulinarische Welle zu ihrem Vehikel gewählt hat.

Immerhin, hin und wieder tröstet uns etwas, was wir als Selbstironie interpretieren wollen. „Was ist das für eine schöne Kuh?“, fragt Sarah Wiener.

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