Schöne Kritik im aktuellen Concerto

Tea for Two

Uli Rennert — project t *****

Vielleicht ist Bandleader Uli Rennerts Musikauffassung so etwas wie die Essenz und Conclusio einer langen Auseinandersetzung mit dem Jazz und der gelungene Versuch, diesen in die Kunst-Gegenwart zu führen, ohne die Tradition, die damals aktuelle moderne Musik und deren Komponisten gering zu achten. Mit seinem Quintett „project t“ (abgeleitet von Typewriter und anderen T-Wörtern) greift er bekannte Stücke auf — wie Ellingtons „Mood Indigo“, das er programmatisch an den Anfang stellt, „Red“ (basierend auf Miles Davis’ „Blue in Green“), Henry Mancinis „Moon River“, Cole Prters „[I’ve got you] under my Skin, T 4 2 (Youman/Caesars „Tea for Two“) oder Kid Orys „Ory’s Creole Trombone“ — und transponiert sie in eine artifizielle Welt des 21. Jazz-Jahrhunderts, in der Elektronik (Gregor Hilbe/dr), Rennerts Synthesizer und Vocoder, die Rockgitarre von Frank Schwinn, Peter Kunseks Klarinette und Phil Yaegers Posaune wie dessen von Musik unterlegte gesprochene Texte alle ihren gemeinsamen Platz finden. Eng verwoben sind alle Elemente, eigene kompositorische Einschübe und Brechungen ergeben ein modernes Musikgeflecht, das nach mehrfachem Hören verlangt, um immer wieder neue Ideen freizulegen, mit Sicherheit keine (endgültigen) Antworten, aber gut gestellte Fragen.
— tHo, Concerto 1/2011

… und Project T wird am kommenden Sonntag auf Radio Ostfriesland als CD des Monats vorgestellt.

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