Simonischek in Spielmanns Imperium

Imperium - Lercher, Simonischek, Martini

Bis jetzt habe ich zwar nur die gestrige Generalprobe am Grazer Schauspielhaus gesehen, aber die war für mich bereits eines der spannendsten Theatererlebnisse der letzten Zeit.

Dabei hielt ich das Ganze anfangs für eher fade und belanglos. Der Text hatte mir zu viele Vorhersehbarkeiten, Simonischek konnte sich scheinbar nicht entscheiden, ob er nun ein neutrales Bühnendeutsch oder eher eine leichte oststeirische Färbung sprechen würde, und die musikalischen Versatzstücke waren mir (wie fast immer in Graz) viel zu massiv und brachial.

Doch dann, ehe ich noch darüber nachdenken kann, hat’s mich hineingesogen. Irgendwann kommt es zur Theaterpause und man denkt sich „Bitte, jetzt nicht!“

Und am Ende geht man aus dem Theater und denkt nach. Es geht ja in diesem Stück um das Ego, und Simonischeks Bordellbetreiber Wessely konstatiert in seinen immerwiederkehrenden Stehsätzen, die wie Leitmotive den Text durchziehen, man müsse immer wissen, wer  man sei. Er ist der Prototyp eines Menschen, der sein Selbstwertgefühl an der messbaren Stellung in der Welt und in der Gesellschaft festmacht. Zunächst erwartet man, dass er am Ende sein wahres Ich finden sollte, doch es kommt besser: Sich — oder besser das eigene Ego — verlieren heisst es.

Ja!

Ein Gedanke zu „Simonischek in Spielmanns Imperium“

Kommentare sind geschlossen.