Uli Rennert | Standards gegen den Strich bürsten
Uli Rennert ist Pianist, Komponist und Elektroniker und lebt als freischaffender Musiker und Universitätsdozent in Graz in Österreich. Uli Rennerts künstlerische Arbeit dreht sich seit vielen Jahren um den Einsatz von Synthesizern und Live-Elektronik als expressives Instrumentarium und um die Erforschung der Schnittstellen zwischen Komposition und Improvisation. - Uli Rennert is an Austrian pianist, synthesist, and composer. Rennert is focusing on synthesizers and live-electronics used as expressive musical instruments, and he explores the area between composition and improvisation.
Uli Rennert, jazz, contemporary music, piano, synthesizer, composer, improvisation, producer, Graz, Austria
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Standards gegen den Strich bürsten

Raumpatrouille

Standards gegen den Strich bürsten

Hier noch ein Beitrag von Michael Rüsenberg (WDR 3) auf seiner Website jazzcity net edition über Project T und unseren besonderen Umgang mit Tradition:

ULI RENNERT project t ********

[…] der Wahl-Grazer hat in seinen Netzen Stilpartikel aus Jazz, Rock, Funk, der Improvisierten Musik sowie der Instumenten-Elektronik eingefangen. Dazu gehören die pitch bendings des Mini Moog […], aber auch die Errungenschaften der Pop-Ästhetik wie down tempo, Freeze-Effekte, loops (in tracks 5 und 7, ja hier vermischt er sogar ein Netzbrummen mit der sonoren Baßklarinette).

Der Rennert hört genau hin!

Sein Hauptkunstgriff sind Kontraste mit Hilfe gedehnter Funk- oder Rock-riffs, geradezu paradigmatisch in dem opener „Mood Indigo“, der das immer noch sehr Ellington-haft gespielte Thema von einem trockenen 2-Takte-vamp umschließt. Hier wird ebenso ein Text gesprochen wie in dem irrsinnigen „Moon River“. Das Intro bestreitet … eine Schreibmaschine, ein langsamer Beat an bass drum und snare Besen setzt ein, darüber räumliche Signale der Klarinette wie aus einem Schiffshorn. Allein diese Behandlung eines Klassikers ist ein Kunstwerk für sich, ein kleines, irrisierendes Drama einer quasi akustischen „film noir“-Ästhetik.

„Tea for Two“ kommt mit wunderbar versetzten Stimmen über einem slow funk daher, und die einzige Interpretation, in der Mittel eines bestimmten Jazzstiles kanalisiert werden, ist im Two-Beat-Charakter von Cole Porters „Under my Skin“, freilich durchsiebt mit Extravaganzen wie sich beschleunigenden und verlangsamenden Tempi.

Eine so durchgeknallte akustische Reise kann einfach nicht mit einem Schlußakkord enden – die Coda zu „Trombone Kid“ steckt in einem mystery track zu track 14, man muß einfach nur ausharren. Was nicht schwerfällt bei diesem Ideenfeuer.— Michael Rüsenberg, jazzcity net edition

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