Stinkt er schon?

“Wie wichtig ist der Jazz” fragte Hermann Mennenga einige Jazzmusiker für einen Beitrag auf jazzonblog und nahm dabei Bezug auf ein Interview mit Branford Marsalis. Die Antworten und Meinungen sind vielfältig — so vielfältig wie die Musik selbst.

Einige Statments:

Ich stimme Branford Marsalis zu, wenn er sagt, dass “wenn Hörer Musik erst einmal analysieren müssten, um sie zu verstehen, hätten die Musiker ein Problem”. Dann wird Musik nämlich schnell zur Musik einer Elite, und das ist meines Erachtens nicht Sinn von Musik. (Sarah Kaiser)

Ein Grund für die geringe Popularität von Jazz ist natürlich, dass so eine anspruchsvolle Musikstilistik in dem allgegenwärtigen globalen Verblödungs-System, genannt “Medien in der Hand von Geschäftemachern”, kaum Beachtung mehr findet und finden kann. (Florian Poser)

In Zeiten, in denen wir alle nur noch funktionieren, Angst um unsere Existenz und unser Dasein haben, reihenweise Burnout-Syndrome produzieren und feststellen, dass wir nicht das Leben führen, das wir uns eigentlich für uns vorgestellt haben, sind Musiker eine der letzten Spezies, die ihren Traum noch leben und versuchen, diesen mitzuteilen. (Uli Drechsler)

Jazz hat für mich zuerst einmal sehr wenig mit Tönen, Akkorden, Konzepten etc. zu tun. Jazz ist Sound, Groove, Emotion, Persönlichkeit, Originalität. Ich kann auch originell sein, ohne Neues zu erfinden – vieles, was als Neu apostrophiert wird, hat weder Persönlichkeit noch ist es originell. (Uli Rennert)

Emotionalität wie Virtuosität sind Vehikel für unsere Arbeit, die sich gegenseitig bedingen. Treten diese isoliert auf, bleibt die Kunst flach, wird zur Technikhochleistungsschau oder verkommt zum Kitsch. (Hannes Clauss)

Hier nochmals der Link zu Artikel: jazzonblog.blogspot.com/2011/10/thema-wie-wichtig-ist-jazz.html