Uli Rennert | Pop
Uli Rennert ist Pianist, Komponist und Elektroniker und lebt als freischaffender Musiker und Universitätsdozent in Graz in Österreich. Uli Rennerts künstlerische Arbeit dreht sich seit vielen Jahren um den Einsatz von Synthesizern und Live-Elektronik als expressives Instrumentarium und um die Erforschung der Schnittstellen zwischen Komposition und Improvisation. - Uli Rennert is an Austrian pianist, synthesist, and composer. Rennert is focusing on synthesizers and live-electronics used as expressive musical instruments, and he explores the area between composition and improvisation.
Uli Rennert, jazz, contemporary music, piano, synthesizer, composer, improvisation, producer, Graz, Austria
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Pop Tag

Revival-Musik – Warum?

Nicht nur im Jazz-Genre ist seit einigen Jahren, vielleicht seit Jahrzenten, der Hang zum Revival evident. Damit habe ich ein Problem. Oft wird davon gesprochen, dass sich eine Band, ein Künstler, eine stilistische Sparte ’neu erfinden‘ – von ’neu‘ ist bei näherem Hinhören dann kaum etwas zu bemerken. Es werden nur die altbekannten Elemente wie Versatzstücke durcheinandergewirbelt.

Bryan Ferry The Jazz AgeFür die Entwicklung einer bestimmten Spielweise gibt es doch einen Grund. Und das gilt im Besonderen für die Geschichte des Jazz, die ja vor allem auch eine Sozialgeschichte, eine Geschichte der gesellschaftlichen Umstände ist. Die wesentlichen Strömungen haben sich in der Rückschau geradezu aus Notwendigkeiten heraus entwickelt. Die ganz persönlichen Situationen, Befindlichkeiten und Zwänge, in und unter denen Musiker gelebt und gearbeitet haben, waren die Auslöser der wichtigen Stile des Jazz, READ MORE

Unplugged?

unpluggedE-Bass, Vocal- und Drum-Mics, Gitarren mit Tonabnehmern – das ist dann aber nicht ‚unplugged‘, oder?

Mythen

Raumpatrouille

Standards gegen den Strich bürsten

Hier noch ein Beitrag von Michael Rüsenberg (WDR 3) auf seiner Website jazzcity net edition über Project T und unseren besonderen Umgang mit Tradition:

ULI RENNERT project t ********

[…] der Wahl-Grazer hat in seinen Netzen Stilpartikel aus Jazz, Rock, Funk, der Improvisierten Musik sowie der Instumenten-Elektronik eingefangen. Dazu gehören die pitch bendings des Mini Moog […], aber auch die Errungenschaften der Pop-Ästhetik wie down tempo, Freeze-Effekte, loops (in tracks 5 und 7, ja hier vermischt er sogar ein Netzbrummen mit der sonoren Baßklarinette).

Der Rennert hört genau hin!
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Der Vorführ-Effekt

Die österreichische Grippe-Epidemie zwingt mich derzeit zur Passivität vor dem TV-Bildschirm. Da stösst man unweigerlich mit Sendungen wie DSDS („Deutschland sucht den Super-Star“ Bohlenoder: „Dieter sprengt dämliche Subjekte in die Luft“) und dem österreichischen Starmania zusammen.

Hast Du Erklärungsbedarf für so abartigen Fernseh-Konsum? Ja, habe ich!

Mir ist es peinlich. Mir ist es zutiefst peinlich, das mit-anzusehen. Und ich bin schockiert. Mich schockiert der Abgrund, in den ich sehen muss. Und mich verblüfft, dass es in derartigen Sendungskonzepten letztlich weder um Musik, noch um die so-genannten Talente geht.

Worum geht es denn?READ MORE

Der österreichischen (Pop-)Musik-Szene geht’s ums Geld

In seinem offenen Brief an Bundeskanzler Schüssel, zu lesen in ‚Coda‘, dem Organ der Österreichischen Musikergilde, formuliert Robby Musenbichler, den ich sonst sehr schätze, das Dilemma derartiger Diskussionen um die Förderung kultureller Projekte. 

Das Argument der Umwegrentabilität von Kunst und Musik ist paradox – und lässt sich auf das unkünstlerische Niveau derer herab, die ihr Leben nur nach dem eigenen materiellen Vorteil ausrichten.

Hier der Text:

Zeltweg (7. März 2006)

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Seitdem ich in diesem Land lebe, zahle ich pünktlich meine Steuern und erhalte diesen Staat mit. Ich arbeite seit Jahren als Gitarrist für Rainhard Fendrich und habe bei mehr als tausend Musikproduktionen mitgewirkt. Jahr für Jahr leiste ich mir den „Luxus“, Musik auch zu produzieren. Dieser Vorgang bedeutet für einen einheimischen Musiker einen sehr großen finanziellen Aufwand, und auch damit leiste ich einen Beitrag zu Ihrem Budget.

Ich bin zwar kein Großunternehmer aber trotzdem ein gleichwertiger Bürger dieses Landes – mit Rechten und Pflichten. Dies gilt auch für die Regierung! Ihre Pflicht wäre es, dafür zu sorgen, daß unsere Arbeit, die Arbeit der österreichischen Musikschaffenden, endlich wieder eine Plattform wie in den meisten europäischen Ländern erhält, um eine existenzielle und unternehmerische Chance zu haben. Letztendlich vergeben Sie sich auch die Möglichkeit, mehr Steuergelder im Land Österreich einzuheben, wenn Sie sich dem globalen Marktdiktat der großen Musikkonzerne unterwerfen, die in Österreich nur eine Spielwiese für ihre eigene Gewinne sehen.

Die Musiker in Österreich verlangen eine Angleichung des Rundfunkeinsatzes von „in Österreich produzierter Musik“ an den europäischen Standard, das sind rund 40 Prozent jeweils regionales Musikschaffen. Wir fordern dies über unsere Interessenvertretungen seit Jahren. Mit der UNESCO-Konvention zur kulturellen Vielfalt haben Sie, sehr geehrter Herr Bundeskanzler, nun die notwendige internationale Rückendeckung erhalten und können sofort ein diesbezügliches Gesetz einbringen. 

Teilen Sie mir bitte umgehend mit, welche Schritte Sie wann setzen werden, um die österreichische Musik im Radio und im Fernsehen wieder deutlich wahrnehmbar zu machen.

Mit freundlichen Grüßen 

Robby Musenbichler