Traumberuf Jazzmusiker

Einer meiner jungen Studenten hat wissen wollen, wie das so mit den Gagen ist, die man als Jazzmusiker verdient. Leider habe ich da einige Illusionen zerstören müssen. 

Ohne jammern zu wollen (immerhin verdiene ich meinen Lebensunterhalt ja vorwiegend mit dem Dozenten-Job), muss man doch sagen, dass die Verdienste insgesamt sehr bescheiden sind. In Europa sind wir zwar noch nicht so weit, wie etwa bei den Kollegen in New York, wo die gleichen Cracks, die bei einer Festival-Gage unter einigen Tausend Dollar (plus Flug und First-Class-Hotel) nicht mal mit der Wimper zucken, für 50 Dollar pro Abend spielen – aber viel besser ist’s hier auch nicht.

Und die klassische Fraktion würde allein schon bei Ansicht der üblichen Konzertbedingungen (verstimmtes Klavier, kein Flügel, keine Garderobe, 2-Sterne-Landgasthof, …) die Flucht ergreifen – und zu Hause den Rechtsanwalt mit dem Einklagen der Konventionalstrafe beauftragen. 

Immerhin lässt diese Situation uns nie vergessen worum es eigentlich geht: um die Musik.