Uli Rennert | Über Jazz (1)
Uli Rennert ist Pianist, Komponist und Elektroniker und lebt als freischaffender Musiker und Universitätsdozent in Graz in Österreich. Uli Rennerts künstlerische Arbeit dreht sich seit vielen Jahren um den Einsatz von Synthesizern und Live-Elektronik als expressives Instrumentarium und um die Erforschung der Schnittstellen zwischen Komposition und Improvisation. - Uli Rennert is an Austrian pianist, synthesist, and composer. Rennert is focusing on synthesizers and live-electronics used as expressive musical instruments, and he explores the area between composition and improvisation.
Uli Rennert, jazz, contemporary music, piano, synthesizer, composer, improvisation, producer, Graz, Austria
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Über Jazz (1)

Über Jazz (1)

Unter diesem Titel werde ich in loser Folge Wahrnehmungen zum Thema Jazz sammeln. Miles Davis TutuIch bin immer wieder überrascht, welchen Stellenwert Jazz und improvisierte Musik in den Medien und in unserer Gesellschaft immer noch haben — und mit welcher Selbstverständlichkeit überkommene Urteile über die nach wie vor vitalste zeitgenössische Musik verbreitet werden.

Selbst die Tiraden eines Adorno geistern in manchen Köpfen noch herum. Die Arroganz des Kultur-Establishments ist gross in seiner Unwissenheit und Ignoranz.

Am Montag, den 27. Oktober 2008 in der Sendung Apropos Klassik mit Gustav Danzinger erfuhren die Hörer, dass Erwin Schulhoff, Zeitgenosse von Erich Wolfgang Korngold, sich bei seiner Suite für Kammerorchester von Tanzmusik hat inspirieren lassen — Tanzmusik, wie etwa Ragtime, Tango und Jazz. Na bitte!

Eine wichtige Information dazu wäre, dass dieses Werk etwa um 1920 entstand, als der damalige Jazz tatsächlich eine der populären Tanzmusiken war. Schulhoff schreibt dazu an Alban Berg:

Ich habe eine unerhörte Leidenschaft zum mondänen Tanz und habe selber Zeiten, in welchen ich Nacht für Nacht mit Bar-Damen tanze (ich tanze alle überhaupt nur modernen Tänze wie: Foxtrott, Boston, Slingan, Passo doppio u.s.w.), rein aus rhythmischer Begeisterung und sinnlichem Unterbewußtsein, dadurch habe ich in meinem Schaffen eine phänomenale Anregung, da ich in meinem Bewußtsein unglaublich irdisch bin, fast sogar tierisch! … Auch da vertrete ich einen Standpunkt, indem ich mir sage, wenn Bach und Zeitgenossen, so auch Mozart und Brahms, Schubert u.s.w., die Tänze ihrer Zeit schrieben und auch liebten, warum darf ich diese nicht auch lieben und schreiben!?

Das ist nun knapp 90 Jahre her.

Hierzu passt auch mein Artikel über die ORF-Sendung Intrada unter dem Titel Innovation.

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