Uli Rennert | Was soll man denn wählen?
Uli Rennert ist Pianist, Komponist und Elektroniker und lebt als freischaffender Musiker und Universitätsdozent in Graz in Österreich. Uli Rennerts künstlerische Arbeit dreht sich seit vielen Jahren um den Einsatz von Synthesizern und Live-Elektronik als expressives Instrumentarium und um die Erforschung der Schnittstellen zwischen Komposition und Improvisation. - Uli Rennert is an Austrian pianist, synthesist, and composer. Rennert is focusing on synthesizers and live-electronics used as expressive musical instruments, and he explores the area between composition and improvisation.
Uli Rennert, jazz, contemporary music, piano, synthesizer, composer, improvisation, producer, Graz, Austria
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Was soll man denn wählen?

Was soll man denn wählen?

Am 28. September 2008 wählt Österreich einen neuen Nationalrat. Wie neu wird der denn sein? Und was kann man dazu beitragen? Das Dilemma der politischen Landschaft in Österreich ist in Hinblick auf die kommende Wahl offensichtlicher denn je.

ampelDie überhaupt zur Auswahl stehenden Parteien [1. Ich halte Blau und Orange jedenfalls für indiskutabel.] haben nun schon seit Jahren das gleiche paradoxe Problem. Es gibt kaum charismatische Perönlichkeiten mehr, doch die Wahlkämpfe werden immer stärker auf Personen ausgerichtet. Gleichzeitig treten echte politische Ideen zur Verbesserung unserer Gesellschaften immer mehr in den Hintergrund, zugunsten tagespolitisch motivierter Anbiederungen an die scheinbaren Bedürfnisse der Massen(-Medien).

Dabei ist nun die Strategie des konservativen Lagers in den letzten Jahren immer durchschaubarer geworden: Vordergründig schmückt man sich – vielleicht als Ausgleich zur unerträglich heftigen Anbiederung an die Rechte – mit humanem, christlichem, ja sozialistischem Gedankengut. Dahinter verbirgt sich aber ein rigoroses Bedienen der ureigenen Klientel aus Wirtschaft und Hochfinanz [2. Die Bauern bleiben da irgendwie auf der Strecke, wenn auch die hohen bündischen Funktionäre durchaus ihr Auskommen haben.].

Und die ehemaligen österreichischen Sozialisten sind seit vielen Jahren einfach ratlos. Sie haben wohl den ursprünglichen Hintergrund ihrer politischen Bewegung irgendwie vergessen oder verdrängt, während sich ihre Funktionäre in gutdotierten Positionen dem Verwalten der Republik gewidmet haben.

Es bleiben noch die Grünen, die momentan sicher eine im Vergleich recht integere Truppe aufzubieten haben. Da scheint es um Konzepte und Grundeinstellungen zu gehen. Wie man das Ganze umsetzt ist halt die Frage; vor allem, wenn man selbst keine Mehrheiten hat, sondern sich allenfalls Mehrheiten teilen kann. Jemand hat einmal die Grünen als die besseren Sozialisten unserer Zeit bezeichnet. Diese Einschätzung ist nach den eindeutigen Tendenzen der letzten Jahre zu Schwarz-Grün wohl auch dahin.

Was also tun? Jedenfalls wählen gehen!

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